Über uns

Die Sammlungen antiker Münzen der Goethe-Universität werden vom Institut für Archäologische Wissenschaften betreut und befinden sich zum Teil in der Antikensammlung der Abteilung I (Klassische Archäologie), zum anderen in Abteilung II (Archäologie und Geschichte der Römischen Provinzen sowie Archäologie von Münze, Geld und von Wirtschaft in der Antike).

Die Antikensammlung der Goethe-Universität, die am Institut für Archäologische Wissenschaften, Abt. I / Klassische Archäologie angesiedelt ist, umfasst neben einer umfangreichen Sammlung antiker Gefäße, Gläser, Lampen, Terrakotten und anderer Objekte auch einen Bestand von rund 250 antiken Münzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf römischen Prägungen, die in geringerem Umfang durch griechische und jüdische Münzen und einige mittelalterlich bis neuzeitliche Stücke ergänzt werden. In weiteren hier angesiedelten Sammlungen sind großformatige Gipsabgüsse antiker Skulpturen, Reliefs und Porträts vorhanden, die zum Teil im Skulpturensaal der Universität ausgestellt sind. Aus Platzgründen magaziniert ist derzeit ein umfangreicher Bestand historischer Fotografien, die neben dem üblichen „archäologischen Apparat“ auch seltene topographischen Aufnahmen umfasst, darunter der bislang nicht ausgewertete Foto-Nachlass von Felix Bölte (1863-1943).

Die Sammlungen der Abteilung Archäologie und Geschichte der Römischen Provinzen sowie Archäologie von Münze, Geld und von Wirtschaft in der Antike (Abteilung II) setzen sich aus einem umfangreichen dinglichen Fundus bestehend aus Münzen und deren Abformungen aus Gips, einem Konvolut an Gemmenabdrücken sowie aus römischer Gefäßkeramik zusammen. Zudem verfügt die Abteilung mit der Fotokartei antiker Münzen und der Toreutikkartei sowie dem Bildarchiv Ernest Nash über drei weitere hoch bedeutende Wissenssammlungen.

1) Die Originalsammlung setzt sich aus rund 400 antiken Münzen zusammen, darunter einer Spezialsammlung römischer Münzen mit Gegenstempeln. Die 20.000 Gipsabdrücke antiker Münzen entstammen größtenteils den Arbeitsapparaten der Altertumswissenschaftler Richard Delbrück (1874-1957), Clemens Bosch (1899-1955) und Konrad Kraft (1920-1970). Die Gipsabgüsse sind zu Forschungszwecken aus vielen Sammlungen des In- und Auslands zusammengetragen worden und stellen für spezielle numismatische Fragestellungen eine einmalige Dokumentation dar. Die auch in der Spezialforschung wenig bekannten rund 300 Gemmenabdrücke wurden in der 2. Hälfte des 19. Jh. in Rom aus verschiedenen europäischen Sammlungen zusammengetragen. Sie bilden eine Sammlung von historischem Wert.

2) Die Bildkartei antiker Münzen ist mit aktuell 400.000 Karteikarten – von den frühesten Elektronprägungen Kleinasiens bis zu den Münzen der Merowinger und byzantinischen Kaiser – eines der bedeutendsten Archive in diesem Bereich weltweit. Als Arbeitsinstrument seit den 1960er Jahren entstanden, dokumentiert jede Karteikarte den „Steckbrief“ aus Foto und individuellen Angaben einer einzelnen Münze sowie die zugehörigen übergeordneten Informationen wie Nominal, Landschaft und Prägeherr. Ein großer Teil der Fotos stammt aus Auktionen seit dem späten 19. Jh. Die aus dem wissenschaftlichen Nachlass von Aladar Radnoti (1913-1972) hervorgegangene Toreutikkartei enthält Informationen und Fotos zu mehreren Tausend Metallgefäßen, die inner- und außerhalb der römischen Welt gefunden worden sind. Teil der Toreutikkartei ist eine systematische fotographische Dokumentation der Bronzegefäße aus Pompeji, die in dieser Art an keiner anderen Stelle existiert. Das Bildarchiv von Ernest Nash/Ernst Nathan (1898-1974) bewahrt Originalaufnahmen und Negative von antiken Monumenten, zeitgenössische Straßenszenen und Porträts bekannter Persönlichkeiten auf.


Projektleitung: Fleur Kemmers, Anja Klöckner
Redaktion: George Watson
Programmierung: Jürgen Freundel, Ilmenau

Wissenschaftliche Bearbeitung: George Watson

Unter Mitarbeit von Hilfswissenschaftlern und Studierenden.

Fotos: George Watson (Nachweise in der Druckansicht bei jedem einzelnen Objekt).
Layout: Goldland Media
Karten: Goldland Media, Jürgen Freundel

Dieses Projekt entstand in Kooperation mit dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin: Münzdatenbank und Onlinekatalog nach Vorlage http://ikmk.smb.museum und mit gemeinsamer Stamm- und Normdatenverwaltung im NUMiD-Netzwerk für das semantische Web.

Die Digitalisierung der Frankfurter Münzsammlungen wird auch unterstützt durch das Projekt "Die universitäre Sammlung als lebendes Archiv ─ Lehre und Forschung im Spannungsfeld von Materialität und Medialität".